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Umweltschutz
Künstliche Bäume sollen CO2 filtern
29. Sep
Der Klimawandel ist in aller Munde. Und nach Aussagen von Forschern wird der Klimawandel dramatische Konsequenzen mit sich tragen. Diese Informationen hatten Geoforscher im Juni veröffentlicht. Zudem soll die Zwei-Grad-Grenze, die bei dem G8-Treffen in L’Aquila vereinbart wurde, immer mehr in die Ferne rücken.
Wie man so schön sagt: Not macht erfinderisch
Das Zauberwort ist: Geo-Engineering. Immer mehr Wissenschaftler beschäftigen sich mit dem gezielten menschlichen Eingreifen in den Energiehaushalt der Atmosphäre. Die Institution of Mechanical Engineers hat nun eine Studie veröffentlicht, in der Forscher verschiedene Varianten diskutieren.
Ich möchte hier nur auf das wohl interessanteste Konzept eingehen. Dabei sollen künstliche Bäume am Rand von Autobahnen oder um Städte “gepflanzt” werden, die CO2 aus der Luft, bzw aus Autoabgasen filtern sollen. Die Energie für das Filten könnten Windkrafträder liefern, die in der Nähe aufgebaut werden.
Und so soll das ganze funktionieren: Die zu filternde Luft wird über flüssige Chemikalien wie Natriumhydroxid gepustet. Dabei reagiert das Natriumhydroxid mit dem Kohlenstoffdioxid aus der Luft und es entsteht eine Natriumkarbonat-Lösung zu der gebrannter Kalk (Kalziumoxid) hinzugegeben wird. Somit entsteht ein fester Kalkstein (Kalziumkarbonat) und wenn man diesen erhitzt, wird das CO2 wieder frei und kann z.B. unterirdisch in stillgelegten Bergbaustollen gelagert werden. Die Technik nennt sich Carbone Capture and Storage – kurz: CCS.
Ein künstlicher Baum kann nach Angaben zehn Tonnen CO2 pro Tag filtern. Ein durchschnittlicher natürlicher baum schafft etwa 60-100 Gramm pro Tag. Die Filter-Bäume sollen stolze 20.000 US-Dollar pro Stück kosten. Wenn man in Großbritannien 100.000 künstliche Bäume aufstellt, könnten diese die kompletten Autoabgase filtern. Pro gefilterter Tonne CO2 fallen Kosten in höhe von 100 Dollar an (laut Benjamin Drumm und seinen Kollegen vom Rutherford Appleton Laboratory).
Da die CCS-Technik auch mit Kohlekraftwerken anwendbar ist und dabei kosten in Höhe von 20-30 US-Dollar pro gefilterter CO2-Tonne, ist die 2. varriante billiger.
Was sagt ihr zu dem Ganzen? Air Capture könnte nun als die Wunderwaffe gegen den Klimawandel bezeichnet werden aber die Kosten sprechen eindeutig für CCS-Kraftwerke. Interessant wird Air Capturing, sobald die Kosten unter 100 Dollar pro CO2-Tonne sinken würden. In beiden Fällen denke ich aber, dass es in erster Linie eine Chance ist, Zeit zu gewinnen, die benötigt wird, um umweltbewusste zu Produzieren und somit den Klimawandel sinnvoll zu bremsen.
